SPD Rhein-Lahn fordert schleuniges Handeln bei Rheinvertiefung zwischen Mainz und St. Goar

Pressemitteilung

Die dringend notwendige Rheinvertiefung zwischen Mainz und St. Goar soll frühestens 2027 beginnen. Dies geht aus einer Kleinen Anfrage im rheinland-pfälzischen Landtag hervor. Grund für den späten Beginn der Maßnahmen sind fehlende Ingenieure beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt des Bundes. „Die SPD Rhein-Lahn fordert deshalb vom hierfür zuständigen CSU-geführten Bundesverkehrsministerium mit Andreas Scheuer an der Spitze, dass alle notwendigen Vorkehrungen getroffen werden, um die Rheinvertiefung schneller zu realisieren“, so SPD-Kreisvorsitzender Mike Weiland. Pressereferent Khalid Rasul (Lahnstein) ergänzt: „Es handelt sich hierbei um dasselbe Ministerium, das die Menschen im Mittelrheintal auch auf eine Ausweichstrecke für den Güterschienenverkehr warten lässt“.

Doch weshalb ist eine Vertiefung des Rheins zwischen Mainz und St. Goar so wichtig?
Aufgrund der topographischen Bedingungen wird bei Niedrigwasser an sechs Stellen des Rheins zwischen Mainz und St. Goar die notwendige Wassertiefe von 2,10 m nicht durchgehend erreicht. Die garantierte Flusstiefe liegt hier lediglich bei 1,90 m, was zur Folge hat, dass ein einziges Frachtschiff ca. 200 Tonnen weniger Ladung pro Fahrt transportieren kann. Nach Angaben des Bundes der Binnenschifffahrtsunternehmen verteuert eine um 20cm verringerte Abladetiefe den Transport um rund 4€ je Tonne, mithin um 800€. Bei noch niedrigeren Wasserständen steigen die Kosten exponentiell an. Bei einer Abladetiefe von nur noch 1,50 m am Pegel Kaub verdoppeln sie sich.

Die übrige Strecke zwischen Rotterdam und Basel erreicht die notwendige Wassertiefe.

Die Ladungseinbuße wird in der Regel auf die Schienen oder auf mehrere LKW verladen. Die große Gefahr für die Binnenschifffahrt besteht aber vor allem in der gängigen Praxis, dass bei unkalkulierbar gewordenen Niedrigwasserständen Transporte von vornherein umdisponiert und auf LKW verlagert werden. Dies würde zu einer immensen Belastung unserer Straßen und vor allem unserer Umwelt führen. Die wirtschaftlichen und umweltpolitischen Effekte von 20cm mehr Fahrinnentiefe werden augenscheinlich, wenn man bedenkt, dass im Schnitt 50.000 Binnenschiffe den Mittelrhein passieren und dabei 60 Millionen Tonnen Ladung pro Jahr befördern.

Gerade Rheinland-Pfalz als stark Export orientiertes Land im Herzen des europäischen Wasserstraßennetzes zieht größten Nutzen aus seinen Wasserstraßen, der Binnenschifffahrt und den Binnenhäfen. Wörth, Germersheim, Ludwigshafen, Mainz, Koblenz, Andernach und Bendorf zählen zu den umschlagskräftigsten Binnenhäfen am Rhein.

Bis auf eine erste Vorstudie gibt es noch keine Detailplanungen bezüglich der Rheinvertiefung. Diese sollen mit allen Beteiligten und Verbänden in den nächsten Jahren Schritt für Schritt erarbeitet werden. Es liegt auf der Hand, dass bei einer solchen einzigartigen Flusslandschaft im Welterbe des Mittelrheintals höchste ökologische Sensibilität obwalten muss.

Die SPD Rhein-Lahn kritisiert die lethargische Vorgehensweise des Bundesverkehrsministeriums und fordert, dass das Projekt Rheinvertiefung mit der nötigen Priorisierung angegangen wird. Hierfür sollte zunächst zügig das nötige Personal im Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt beschafft werden.

„Auch wenn die Wasserstände jetzt wieder gestiegen sind, so hat der diesjährige Sommer die Schwierigkeiten des Rheins besonders ins Bewusstsein gerufen. Um die Bedeutung des Rheins als wichtige Route für internationale Frachtschiffe nicht zu gefährden, muss nun zügig gehandelt werden. Davon profitiert nicht nur die Wirtschaft, sondern auch unsere Umwelt, die so vor zusätzlichen Abgasen durch vermehrten Lastwagenverkehr bewahrt wird“, so Mike Weiland und Khalid Rasul abschließend.

 

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